In unserer aktuellen Folge sprechen wir nicht nur über spannende Einsatzsituationen, sondern auch über aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen.
Ein zentraler Punkt ist die geplante Notfallreform: Der Bundesrat drängt auf eine schnelle Umsetzung, um eine bundesweit einheitliche Notfallversorgung sicherzustellen. Gleichzeitig soll eine Widerspruchsregelung bei der Organspende eingeführt werden („Opt-out-Modell“). Das bedeutet: Jede Person wäre automatisch Organspender:in, solange sie nicht aktiv widerspricht. Diese Maßnahme könnte die Spenderzahlen deutlich erhöhen.
Ein weiterer Diskussionspunkt: Integrierte Notfallzentren (INZ). Gesundheitsökonom Jonas Schreyögg schätzt, dass mit dieser Struktur bis zu 5 Milliarden Euro jährlich eingespart und die Qualität der Patientenversorgung verbessert werden könnten. Erste erfolgreiche Modelle, wie in Rostock, zeigen bereits, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen kassenärztlichem Notdienst und Notaufnahme effektiv entlastet.
Auch Berlin arbeitet an einem neuen Rettungsdienstgesetz, das Einsätze klarer priorisieren und die Zusammenarbeit zwischen Leitstellen und Ärzteschaft verbessern soll. Parallel dazu hat die DGINA ein neues Curriculum für die Facharztweiterbildung Notfallmedizin vorgestellt, das die klinische Akut- und Notfallmedizin zukunftsfähig machen soll.
In den Einsatzstories widmen wir uns u. a. dem Pseudokrupp – einer akuten Erkrankung bei Kleinkindern, die durch Anschwellen der Kehldeckenschleimhaut zu Atemnot führen kann. Wir diskutieren auch, welche Medikamente leitliniengerecht helfen (Adrenalin und Rektodelt) und warum Salbutamol hier fehl am Platz ist.
Ein weiterer Fall zeigt, dass Generika zwar denselben Wirkstoff enthalten wie Originalpräparate, sich aber durch Hilfsstoffe unterscheiden können. Im geschilderten Einsatz führte genau so ein Hilfsstoff zu einer schweren allergischen Reaktion – ein eindrucksvolles Beispiel, warum Patient:innen bekannte Allergien immer kommunizieren sollten.
Zum Abschluss liegt uns das Thema Herzretter Leipzig besonders am Herzen: Durch ein Crowdfunding soll es weiterhin möglich sein, Kindern und Jugendlichen in Schulen und Kitas kostenlose Erste-Hilfe-Trainings zu ermöglichen. Jeder Beitrag hilft, die nächste Generation zu Lebensrettern auszubilden. Infos unter: www.leipziger-crowd.de/herzretter-leipzig.
📚 Quellen zur Folge
1. Bundesrat fordert zügige Notfallreform & Widerspruchsregelung Organspende
Ärztezeitung (05.09.2025):
Bundesrat fordert zügige Notfallreform und Widerspruchsregelung bei der Organspende
2. Brandenburg: Entschließungsantrag zur Rettungsdienst-Reform
SK Verlag (29.08.2025):
Rettungsdienstreform soll beschleunigt und vereinheitlicht werden
3. Einsparpotenzial von bis zu 5 Mrd. Euro durch Notfallreform
Ärztezeitung (20.08.2025):
Gesundheitsökonom Schreyögg: Notfallreform könnte pro Jahr fünf Milliarden Euro einsparen
4. Berlin plant Reform des Rettungsdienstgesetzes
Berlin.de (26.08.2025):
Rettungsdienst soll entlastet werden – Gesetzesentwurf vorgestellt
1 Gedanke zu „Einsatz, Organspende & Pseudokrupp – Retterview Stories & News“
Ich finde gerade für die die nicht spenden wollen die Widerspruchslösung besser als das aktuelle System. 1. müssen sich die Angehörigen nicht mehr damit befassen 2. ist für alle in einem Register offensichtlich was man will. Da ich nicht spenden darf bin ich mit Nein in diesem Register eingetragen und habe auch einen entsprechenden Organspendeausweis. Ein offizieller Widerspruch wäre mir aber noch lieber.