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Wiederbelebung und AED: Was bei Erwachsenen zählt

Keine Reaktion, keine normale Atmung: früh Hilfe rufen, mit Herzdruckmassage beginnen und einen verfügbaren AED einsetzen. Die Grundlagen nach den Reanimationsleitlinien 2025.

Für alle; Basiswissen zur Wiederbelebung Erwachsener · Quellenabgleich 28.10.2026

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Ein Merkbild zum Artikel. Die Erläuterungen und Quellen findest du darunter.

Wiederbelebung
  • 01

    Erkennen

    Keine Reaktion; keine normale Atmung. Schnappatmung ist keine normale Atmung.

  • 02

    Hilfe holen

    Früh 112 mit Lautsprecher anrufen. Die Leitstelle unterstützt.

  • 03

    Drücken

    Brustkorbmitte: 100–120-mal/min, 5–6 cm tief. Vollständig entlasten.

  • 04

    Beatmen

    Wenn geschult und bereit: 30 Kompressionen, 2 Beatmungen. Sonst kontinuierlich drücken.

  • 05

    AED nutzen

    Einschalten, Anweisungen folgen. Bei Analyse und Schock niemanden berühren lassen.

  • 06

    Weiterhelfen

    Unterbrechungen kurz halten. Bis zur Übernahme weiterhelfen; bei eindeutigen Lebenszeichen erneut beurteilen.

Bezieht sich auf Erwachsene. Eigene Sicherheit beachten. Das Merkbild ersetzt keinen praktischen Kurs.

Erkennen und sofort Hilfe holen

Ein Mensch bricht zusammen. Der wichtigste Anfang ist ein klarer Blick auf die Situation: Ist die Umgebung sicher? Reagiert die Person auf lautes Ansprechen und sanfte Berührung an den Schultern? Bleibt eine Reaktion aus, veranlasse früh den Notruf 112. Wenn andere Menschen da sind, sprich jemanden direkt an. Bist du allein mit einem Mobiltelefon, nutze möglichst die Freisprechfunktion und bleibe bei der Person.

Die Leitstelle kann dich bei der Einschätzung und Wiederbelebung anleiten. Beurteile die Atmung bereits während des Verbindungsaufbaus: Öffne den Atemweg durch Überstrecken des Kopfes und Anheben des Kinns und prüfe die Atmung höchstens zehn Sekunden. Einzelne schnappende, langsame oder ungewöhnlich geräuschvolle Atemzüge sind keine normale Atmung. Reagiert die Person nicht und atmet sie nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung – warte nicht erst auf eine weitere Telefonanweisung.

Drücken: kräftig, regelmäßig, mit Entlastung

Knie dich seitlich neben den Brustkorb. Setze einen Handballen auf die untere Hälfte des Brustbeins, die andere Hand darüber. Halte die Arme gestreckt und die Schultern über den Händen. Drücke den Brustkorb eines Erwachsenen fünf bis sechs Zentimeter tief ein, mit 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Entlaste den Brustkorb nach jedem Druck vollständig und unterbrich möglichst wenig.

Wenn du Beatmung gelernt hast und sie durchführen kannst, kombiniere 30 Kompressionen mit zwei Beatmungen. Jede Beatmung soll den Brustkorb sichtbar anheben; vermeide übermäßig große Atemzüge. Wenn du nicht beatmen kannst oder darin ungeübt bist, führe durchgehend Herzdruckmassage aus. Nichts zu tun wäre die schlechtere Möglichkeit. Die Leitstelle unterstützt dich dabei, ins Handeln zu kommen.

AED: einschalten und den Ansagen folgen

Lass nach Möglichkeit eine andere Person einen AED holen, während du weiterdrückst. Schalte das Gerät ein und folge seinen gesprochenen und bildlichen Anweisungen. Klebe die Elektroden auf den freigemachten Brustkorb, wie auf den Elektroden dargestellt. Während einer Rhythmusanalyse und einer Schockabgabe darf niemand die Person berühren. Nach einem Schock oder der Meldung, dass kein Schock empfohlen wird, setzt du die Herzdruckmassage sofort fort. Sind mehrere Helfende da, wird während des Aufklebens der Elektroden möglichst weitergedrückt.

Ein AED ist auch für Menschen ohne medizinische Ausbildung gedacht. Er entscheidet anhand der Rhythmusanalyse, ob eine Schockabgabe angezeigt ist. Die Aufgabe der Helfenden bleibt, den Ansagen zu folgen, Berührungen während Analyse und Schock zu verhindern und Unterbrechungen kurz zu halten.

Dranbleiben und später gemeinsam nachbesprechen

Setze die Wiederbelebung fort, bis professionelle Hilfe übernimmt oder dich zum Aufhören auffordert oder du körperlich erschöpft bist. Wenn die Person aufwacht, gezielte Bewegungen zeigt, die Augen öffnet oder wieder normal atmet, unterbrich zur erneuten Beurteilung und folge der Leitstelle. Bei weiter fehlender Reaktion und nicht normaler Atmung beginne sofort wieder mit der Herzdruckmassage. Für Kinder, Ertrinkungsunfälle und andere besondere Situationen gelten zusätzliche Empfehlungen; dieser Überblick behandelt den typischen Kreislaufstillstand bei Erwachsenen.

Lesen und Quizzen helfen beim Wiederholen. Für Handposition, Drucktiefe und Beatmung ist praktisches Training an einer Übungspuppe sinnvoll. Wer eine Wiederbelebung erlebt hat, darf danach Unterstützung suchen und das Erlebte mit geeigneten Ansprechpersonen besprechen. Helfen kann auch emotional fordern.

Zum Wiederholen hilft eine einfache Frage: Was kann ich in den nächsten Sekunden tatsächlich tun? Eine konkrete Aufgabe wie Notruf, Drücken oder AED holen ist hilfreicher, als gleichzeitig jeden Einzelpunkt perfekt beherrschen zu wollen.

Quellen und Prüfstand

  • Lebensrettende Basismaßnahmen bei Erwachsenen – Schritt für Schritt

    German Resuscitation Council / European Resuscitation Council · Leitlinien 2025, zweiseitiges Poster

    Fundstelle: Seite 1, Sicherheit/Reaktion/Alarmierung/Atmung

  • Adult basic life support Guidelines

    Resuscitation Council UK · 27.10.2025; ERC Guidelines 2025 Adult Basic Life Support, DOI 10.1016/j.resuscitation.2025.110771

    Fundstelle: Chest compressions; Rescue breaths; Automated external defibrillation

  • First Aid Guidelines

    Resuscitation Council UK · 27.10.2025; ERC Guidelines 2025 First Aid, DOI 10.1016/j.resuscitation.2025.110752

    Fundstelle: Guidelines – Cardiac arrest

Quellen abgeglichen. Unabhängige fachliche Gegenprüfung offen.

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