Sepsis – der stille Killer

RETTERVIEW · FOLGE 67

Sepsis – der stille Killer

Kapitel dieser Folge

In dieser Folge sprechen Samy Splint und Notfalltaxi über die unterschätzte Gefahr Sepsis. Jährlich erkranken weltweit fast 50 Millionen Menschen, 11 Millionen sterben – viele Fälle wären vermeidbar. Wir erklären, wie man Sepsis früh erkennt, welche Scores (qSOFA, NEWS2) wirklich sinnvoll sind, und warum Zeit bei der Behandlung das wichtigste Gut ist.

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2 Kommentare zu „Sepsis – der stille Killer“

  1. Danke für diese wichtige Folge. Ich hatte eine beginnende Sepsis nach Katzenbiss, welcher erst falsch behandelt wurde in der KV-Anlaufpraxis. Nachts um 3 bin ich mit RTW, großem Besteck und einer Hand, die gefühlt platzte in die Notaufnahme gekommen. Hand fast komplett eröffnet und 4 Tage starke Antibiotika und Sauerstoffbehandlung.

  2. Hallo ihr beiden,

    Ich bin Biochemikerin an einer Uniklinik und bin auch in der Lehre der Biochemie für Medizinstudierende eingebunden. Ich habe eine Anmerkung zur Folge „Sepsis – der stille Killer“.
    Ihr hattet gesagt, dass die Mitochondrien Laktat produzieren, um weiter Energie für die Zelle zu produzieren. Das ist so nicht ganz richtig. Unter anaeroben Bedingungen findet die Energiegewinnung in der Zelle durch die Glykolyse, also dem Zuckerabbau, statt. Dieser Stoffwechselweg befindet sich im Zytosol der Zelle. Das Endprodukt der Glykolyse, das Pyruvat, wird „normalerweise“ dann ins Mitochondrium eingeschleust wo es dann weiter umgesetzt wird. Die Energiegewinnung im Mitochondrium braucht Sauerstoff. Wenn dieser fehlt wird das Pyruvat stattdessen im Zytosol zu Laktat umgesetzt. Dadurch wird zum einen verhindert, dass sich das Pyruvat anhäuft und zum anderen wird ein Stoff regeneriert, der bei der Glykolyse verbraucht wird (NAD+). Dieser Stoff würde „normalerweise“ im Mitochondrium in der Atmungskette regeneriert werden. Dadurch kann die Glykolyse weiter stattfinden und Energie kann in Form von ATP weiter gebildet werden.
    Die anaerobe Energiegewinnung ist nicht per se schädlich, sie findet nämlich auch unter physiologischen Bedingungen statt und zwar im arbeitenden Muskel und in den Erythrozyten. Letztere besitzen nämlich keine Mitochondrien mehr und können Energie nur aus der anaeroben Glykolyse gewinnen. Die Erythrozyten können somit Sauerstoff nicht verwerten, obwohl sie ihn transportieren und sind auf Zucker zur Energiegewinnung angewiesen.
    Das war jetzt eine längere Ausführung und ist für euch wahrscheinlich nicht relevant, ich konnte es aber nicht unkommentiert lassen.
    Vielen Dank für euren tollen Podcast und macht auf jeden Fall weiter so 😊

    LG Lisa

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