112 oder 116117? Welche Nummer hilft wann?

Samstagabend. Die Arztpraxis ist zu. Du brauchst medizinische Hilfe – aber welche Nummer passt? Samy und Max bringen Ordnung in die beiden Zahlen. Entscheidend ist, wie dringend die Situation ist.

112: Wenn es lebensbedrohlich sein könnte

Bei möglicher Lebensgefahr oder drohenden bleibenden Schäden wählst du die 112. Dazu zählen zum Beispiel schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit, starke Brustschmerzen oder plötzlich auftretende Sprachstörungen und Lähmungen. Das sind Beispiele, keine vollständige Liste. Du musst die Ursache nicht selbst herausfinden, bevor du Hilfe holst. [1]

Wenn du unsicher bist, ob Lebensgefahr besteht: im Zweifel 112. Warte in dieser Situation nicht erst auf eine Antwort in Kommentaren oder eine Online-Einschätzung. [1]

116117: Dringend, aber nicht lebensbedrohlich

Die 116117 hilft bei Beschwerden, mit denen du normalerweise eine Arztpraxis aufsuchen würdest, wenn die Praxis geschlossen ist und die Behandlung nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten kann. Der ärztliche Bereitschaftsdienst richtet sich an Menschen ohne lebensbedrohlichen Notfall. [2]

Ein mögliches Beispiel sind starke Ohrenschmerzen am Wochenende. Ob der Bereitschaftsdienst passt, hängt aber vom gesamten Zustand und weiteren Beschwerden ab. Ein einzelnes Symptom aus einer Liste ist keine sichere Selbsteinschätzung. [2]

Am Telefon werden deine Beschwerden erfragt. Du erhältst eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen, etwa zu einer geöffneten Bereitschaftspraxis. Bei medizinischer Notwendigkeit kann ein Hausbesuch infrage kommen. Das ist kein versprochener Hausbesuch nach jedem Anruf. [2, 4]

„Kann das noch warten?“ ist eine andere Frage

Du siehst keine Hinweise auf einen lebensbedrohlichen Notfall, weißt aber nicht, ob du bis zur nächsten Sprechstunde warten kannst? Dabei kann die 116117 helfen. Besteht dagegen Unsicherheit über eine mögliche Lebensgefahr, gilt die 112. Diese beiden Arten von Unsicherheit sollten wir nicht vermischen. [1, 3]

Während der regulären Sprechzeiten ist bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden zunächst deine behandelnde Praxis die passende Anlaufstelle. Kann die Behandlung medizinisch warten, genügt die nächste reguläre Sprechstunde. [2, 5]

Drei häufige Fragen

Ist die 116117 nur nachts erreichbar? Nein. Der telefonische Patientenservice ist täglich rund um die Uhr erreichbar. Die Öffnungszeiten einzelner Bereitschaftspraxen können davon abweichen. [2, 3, 5]

Kostet der Anruf etwas? Beide Rufnummern sind in Deutschland ohne Vorwahl erreichbar; die Anrufe sind kostenfrei. Das beschreibt den Anruf, nicht pauschal jede spätere Leistung. [1, 2]

Hilft die 116117 auch bei kranken Kindern? Ja. Sie informiert über ärztliche und regional verfügbare kinderärztliche Bereitschaftsangebote. Bei möglicher Lebensgefahr gilt auch für Kinder die 112. [1, 3]

Für später speichern

112: möglicher lebensbedrohlicher Notfall. 116117: dringend, nicht lebensbedrohlich, Praxis geschlossen. Unser Merkzettel fasst die Orientierung zusammen. Er ersetzt keine individuelle medizinische Einschätzung.

Welche Frage zu den beiden Nummern sollen Samy und Max als Nächstes erklären? Bitte keine persönlichen Gesundheitsdaten oder Angaben zu echten Patienten öffentlich posten.

Quellen

Redaktioneller Quellenabgleich: 21.10.2026. Für die Veröffentlichung am 24.10.2026 vorbereitet. Gesundheitsinformationen für Deutschland.

  1. Bundesgesundheitsportal: Nummern für den Notfall, Seitenstand 06.10.2025; insbesondere Notruf und Zweifelsfall.
  2. 116117 / KBV: Ärztlicher Bereitschaftsdienst, insbesondere Zuständigkeit, Beispiele, Erreichbarkeit und Kosten des Anrufs.
  3. 116117 / KBV: Häufige Fragen, insbesondere Unsicherheit, Erreichbarkeit und Kinder.
  4. KBV: Patientenservice 116117, insbesondere Bereitschaftsdienst und Vermittlung.
  5. KVB: Ärztlicher Bereitschaftsdienst, ergänzende Gegenprüfung; regionale Öffnungszeiten werden nicht auf Deutschland übertragen.
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